Das als Hochzeitskleid bezeichnete Brautkleid entwickelte sich erst im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um ein spezielles Kleid, das von der Braut zur standesamtlichen oder kirchlichen Trauung getragen wird. Traditioneller Weise ist die typische Farbe für Brautkleider auch heute noch Weiß, eine Farbe, die vor allem Unberührtheit und Reinheit signalisieren soll. Ebenfalls traditionelle Farben für Brautkleider sind in Anlehnung an Weiß, Creme, Beige oder Elfenbein. Im Schnitt und in der Verarbeitung lehnen die Brautkleider stark an die Form der Abendkleider bzw. der Ballkleider an. Im Grund genommen handelt es sich daher bei einem Brautkleid einfach nur um ein weißes Abendkleid bzw. Ballkleid.

Wie bereits erwähnt, ist es erst etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts üblich, anlässlich zur Hochzeit ein spezielles und aufwendig verarbeitetes Kleid zu tragen. Zuvor waren Brautkleider auch für bürgerliche Kreise in der Regel nicht bezahlbar und man trug eben das derzeit beste vorhandene Kleid zur Hochzeit. Obwohl sich die Assoziation zwischen der Farbe Weiß und der Unschuld der Braut schon zeitig entwickelte, gab es bis weit in das 19. Jahrhundert so gut wie keine Unterscheidung zwischen dem „feinen“ Kleid und dem Brautkleid. Die Mittel- und Unterschicht heiratete also im Sonntagsstaat. In der Regel entsprach dieser Sonntagsstaat einem schwarzen Kleid oder der regionalen Tracht. Erst etwa ab 1920 wurde das Brautkleid somit zur üblichen Ausstattung Bräuten und ist heute neben Weiß auch in vielen anderen Farben erhältlich. Man kann also durchaus auch in Violett, Rot, Blau, Grün, Pink oder Schwarz heiraten.

Dabei gibt es Brautkleider neben den verschiedenen Farbgebungen auch in unterschiedlichen Längen und Schnitten sowie mit verschiedenen Accessoires. Sehr beliebt sind aber nach wie vor Kleider mit einem engen – evtl. auch schulterfreien – Oberteil und einem weitschwingenden Rock auch verschiedenen Stoffbahnen. Viele Brautkleider weisen auch eine mehr oder weniger lange Schleppe auf.