Heute wollen wir euch endlich mal wieder eines von den großen, schönen Ballkleidern zeigen, dass es verdient hat, von euch auf der nächsten großen Veranstaltung getragen zu werden. Aus diesem Grund wollen wir euch heute das Prinzesskleid vorstellen, das gerade bei Mädchen und jungen Frauen mehr als angesagt ist. Es zeichnet sich durch eine spezielle Linienführung aus. Was es sonst noch darüber zu verraten gibt und wie ihr es am besten tragen könnt, wollen wir euch natürlich nicht länger verschweigen.

Verspielt, mädchenhaft & niedlich – Das waren Prinzesskleider damals

Es gibt kaum Kleider, die mädchenhafter, verspielter und süßer sind als das Prinzesskleid. Eigentlich am Anfang für Kinder entwickelt, fanden auch schon bald junge und auch ältere Frauen gefallen an dieser Kleiderform. Entstanden ist es 1864, als die Krinoline eine vorn eher abgeflachte Form annahm und damit dann eine gestreckte Linie geben war. Charles Frederick Worth entwickelte daraus dann das Prinzesskleid und benannte es nach der damaligen Princess of Wales. Charakteristisch bei einem Prinzesskleid sind die Teilungsnähte, die sich längs durch das ganze Kleid ziehen. Sie starten im Schulterbereich und gehen bis zum Saum durch. Eine Abtrennung oder Teilungsnaht in der Taille oder Hüfte gibt es schlichtweg nicht. Meist ist das Prinzesskleid unten ein wenig ausgestellter, sodass das Rockteil schön schwingen kann. Es gibt aber auch enganliegende Prinzesskleider, die dann natürlich nicht schwingen, aber dennoch die Teilungsnähte bis zum Saum durchgezogen haben.

Eher etwas für schlanke Frauen

Im oberen Bereich ist das Prinzesskleid also körpernah und im unteren Bereich weit schwingend. Nun könntet ihr denken, dass die Kleiderform perfekt geeignet ist, um ein kleines Bäuchlein oder breitere Hüften zu kaschieren. Wir sagen euch: So ist es leider nicht. Dadurch, dass es keine Abtrennung in der Taille gibt, sieht man die Pfunde zu viel an der Hüfte ganz genau. Da hilft es leider auch nicht, dass das Kleid in A-Linie daherkommt. Es eignet sich also eher für schlanke Frauen als für Fülligere.

Früher ein Ballkleid, heute vorwiegend ein Sommerkleid

Um 1900 erlebte das Prinzesskleid übrigens nochmal eine Hochphase, bevor es wieder von der Bildfläche verschwunden ist. Damals wurde es überall getragen, auch in abgewandelter Form. Die Teilungsnähte blieben natürlich, aber hinzu kam noch eine durchgängige Knopfleiste an der vorderen Mitte des Kleides, die damals als todschick empfunden wurde. In den 30iger Jahren kam das Prinzesskleid dann wieder und später noch einmal in den 50iger Jahre. Dabei war es früher nur als Ballkleid in wunderschönen, teuren Materialien zu bekommen. Heute ist das Prinzesskleid vor allem ein lockeres Sommerkleid, das luftig und schön aussieht. Schlicht kommt es meist nicht daher, auch wenn die Nahtführung schon interessant ist. Meist wird es mit einem Print ausgestattet, damit es noch interessanter erscheint. Auch im Winter werden Modelle vom Prinzesskleid gesichtet, allerdings dann mit langen Ärmeln.