Das Hemdkleid wird unter anderem auch als Hemdblusenkleid bezeichnet und von Frauen oder Mädchen getragen. Im Französischen nennt man das Hemdblusenkleid auch Chemise oder Chemisenkleid, so dass dieser Name in zahlreichen Boutiquen mit französischem Sortiment oder in den Fachgeschäften französischer Designer eher üblich und gebräuchlich ist als das deutsche Hemdkleid.

Im großen und ganzen ist das Chemisenkleid mit einer Tunika vergleichbar. Ein besonderes Merkmal dieses Kleidungsstück ist es auch, dass es unter der Brust mit Hilfe eines Durchzugs oder eines Bundes geschnürt bzw. zusammengehalten wird, wobei dieser Eigenschaft vor allem den Hemdblusenkleidern um die Zeit von 1800 zu eigen ist. Doch auch heute noch finden sich zahlreiche Kleidungsstücke, in denen dieses Detail wieder aufgegriffen wurde. Ob man es mag oder nicht bleibt dahingestellt, zumindest scheint es die Modewelt auch in dieser Saison wieder zu begeistern.

Ansonsten fällt das Hemdkleid ohne jede Taillierung, was auch den Namen geprägt hat. Es erinnert also praktisch eher an ein überlanges Hemd als an ein Kleid. Dabei war das Hemdkleid in nahezu allen Epochen der menschlichen Geschichte ein bedeutsames Kleidungsstück, wobei es bereits im sog. „Alten Ägypten“ in Gebrauch gewesen ist. Später wurde vor allem in dieser Region viel an der Verbesserung dieses Kleidungsstücks gearbeitet und das Hemdkleid – je nach sozialem Stand, Ansehen und Vermögen des Trägers oder der Trägerin – mit verschiedenen Verzierungen versehen.

Später dann ersetzte das Hemdkleid vor allem in der Pariser Mode den gebrauch von Reifrock und Mieder und kann somit als revolutionierend in der Frauenmode betrachtet werden. Dabei musste die Chemise aber zahlreichen Vorgaben entsprechen und durfte gemeinsam mit den Schuhen und dem Schmuck der Trägerin nicht mehr als maximal 250 Gramm wiegen.

Doch auch in der heutigen Mode ist das legere Hemdkleid nicht mehr wegzudenken. Wer die Verschnürung unter der Brust nicht mag, kann sie natürlich auch einfach offen lassen.