Hinter dem Begriff Dirndl oder Dirndlkleid verbirgt sich nichts anderes als ein bayerisches oder österreichisches Trachtenkleid, wobei dort regional üblich zum Teil auch die – unverheiratete –  Trägerin des Kleidungsstückes als Dirndl bezeichnet wird. Trotzdem ist das Dirndl oder Dirndlkleid bzw. Dirndlgewand grundsätzlich von der regionalen Volkstracht abzugrenzen, die über ganz bestimmte Merkmale verfügen muss. Schließlich muss die Tracht anhand dieser Merkmale Aufschluss über die Region und des sozialen Stand der Trägerin geben, ein Merkmal, das dem Dirndl nicht zu eigen ist. Dabei wurde zwar auch das Dirndl durch die Trachten- und Landhausmode geprägt, nimmt aber keinen Bezug auf eine bestimmte Region.

Seinen Ursprung hat das Dirndl – man glaubt es kaum – in der städtischen Mode, wo es eigentlich eine Dienstbotentracht war. Erst seit etwa 1870 setzte sich das Dirndl als modernes Kleid der städtischen Oberschicht durch und wurde vor allem zur Sommerfrische getragen. Dabei ist das Dirndl ein Kleid, das meist mit einer Bluse kombiniert wird. Es besitzt ein enges Oberteil mit eckigem oder rundem Halsausschnitt und einem weit schwingenden Rock, der an der Taille ansetzt. Die Länge des Rockes ist von der aktuellen Mode abhängig und kann von Mini bis Maxi variieren. Seit etwa 1900 ist das Dirndl in seiner Erscheinungsform auch hin und wieder ein Bestandteil der Satzungen von regionalen Trachtenvereinen.

Derzeit erlebt das Dirndl nicht nur in Bayern, Österreich und der Schweiz ein regelrechtes Comeback, denn die farbenfrohen und aufwendigen Kleider werden derzeit auch in Berlin, Hamburg und Frankfurt angeboten und sogar außerhalb von Volksfesten getragen. In einigen Alpenregionen und im Süden Deutschlands ist das Dirndl ein bevorzugtes Kleidungsstück für Volksfeste.

Früher wurde mit der Schleife, welche die Schürze des Dirndls bindet, der eheliche Stand der Trägerin symbolisiert. Heute ist mit verändertem Zeitgeist von dieser Symbolik weitestgehend Abstand zu nehmen, denn sie unterliegt nur noch dem persönlichen Geschmack.